Die Taufe folgt seit jeher einem bestimmten Ablauf, dessen Elemente von prägnanter Symbolik geprägt sind und eine tiefere, christliche Bedeutung haben.

Zuerst werden die Eltern, das zu taufende Kind, oder eben der zu taufende Erwachsene an der Eingangstür der Kirche vom Pfarrer begrüßt. Dies stellt den Übergang in den neuen, christlichen Lebensabschnitt dar, und wird dementsprechend auch symbolisch zelebriert, indem die Begrüßung am Eingang stattfindet – die Eltern also quasi das Kind durch die Pforte hindurch in einen neuen Lebensabschnitt führen.

Anschließend wird das Wort an die Eltern gerichtet, was sie von Gott erbitten und ob sie bereit sind, das Kind nach christlichen Werten zu erziehen. Die Paten werden ebenfalls in das Gespräch mit einbezogen, und werden nach der Bereitschaft, das Kind und die Eltern auf dem weiteren, kirchlichen Lebensweg zu begleiten, befragt. Das Kind wird vom Pfarrer mit dem Zeichen des Kreuzes auf der Stirn bezeichnet, Eltern und Paten tun es im Anschluss dem Pfarrer gleich. Darauf folgt das Gebet, in dem Jesus Christus dem zu taufenden Kind „die Tür öffnen soll“, was wieder einmal die Symbolik des Empfangs an der Eingangstür unterstreicht.

Der Feiereröffnung folgt der Wortgottesdienst. Dieser besteht aus einer biblischen Schriftlesung sowie der Homilie. Diese beinhaltet eine Rede des Pfarrers, der über das Mysterium der Taufe und die Pflichten, die damit einher gehen, informiert. Darauf folgen die Fürbitten, in denen die Heiligen Gottes angerufen werden, wobei hier auch der Namenspatron des Kindes mit einbezogen werden kann. Sind die Heiligen angerufen worden, tragen Paten und Eltern eigene, verfasste Fürbitten vor.

Nachdem der Wortgottesdienst mit segnenden Worten des Pfarrers beendet ist, geht die Taufzeremonie über in die eigentliche Spendung der Taufe. Alle Beteiligten versammeln sich währenddessen um das Taufbecken. Die anschließende Lobpreisung des Pfarrers wird entweder gesprochen oder gesungen und beinhaltet Erläuterungen zur Symbolik des Wassers und der Taufe im Allgemeinen. Daraufhin ruft der Pfarrer die Anwesenden zum Glaubensbekenntnis auf. Vorher werden die Eltern und die Paten zu ihrem Glauben nach Gott befragt.

Nun beginnt die eigentliche Taufe. Die Familie tritt dabei mit dem Kind an das Taufbecken heran, während in der Regel die Mutter das Kind hält und die Paten ihre rechten Hände dem Kind auflegen. Der Pfarrer fragt dann die Eltern, ob ihr Kind die Taufe empfangen soll. Erst jetzt wird dem Kind Wasser über den Kopf geträufelt, das geschieht dreimal, im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Es folgen vier verschiedene Riten, die in ihrer Symbolik den Sinn der Taufe verdeutlichen sollen. Das Kind wird mit Chrisam gesalbt, um die Zugehörigkeit zu Jesus zu unterstreichen, der ebenfalls gesalbt worden ist. Anschließend wird das Kind in ein weißes Taufgewand gekleidet, als Zeichen für das neue Leben als Gottes Kind. Zur Erleuchtung des Getauften, wird eine Kerze entzündet und anschließend in der Gemeinde weiter gegeben. Der Pfarrer spricht den Effata-Ritus, wobei er die Augen und den Mund des Kindes berührt, wie auch Jesus die Taubstummen mit diesem Ritual geheilt hat. Damit soll das Kind das Wort Gottes empfangen und sich zum Glauben bekennen.

Die Eltern des Kindes und die Gemeinde werden danach noch einmal von ihm gesegnet und entlassen. Während der Zeremonie ist es üblich, dass Gesänge zwischendurch und während des Ablaufes erfolgen, der von Kirche zu Kirche variieren kann.

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