Normalerweise ist die Taufe ein Akt der Bekennung zu Gott und zur christlichen Kirche. Man sagt sich los von begangenen Sünden und bekennt sich zum Glauben und zu Jesus Christus. Auch in der Bibel wird deswegen größtenteils nur die Erwachsenentaufe bezeugt – also die Taufe derjenigen, die auch in der Lage sind, sich zu bekennen. Die Taufe soll für all jene stattfinden, die auch in den Willen in sich tragen, zu glauben und ihr Leben danach auszurichten. Erst als die Kirche unter Kaiser Konstantin zur Staatskirche wurde, ist mehrfach von Säuglingstaufe die Rede, da es dann gesetzlich vorgeschrieben war, sich taufen zu lassen. Schließlich musste man als Staatsbürger auch Christ sein.

Dementsprechend kann das weitere Seelenheil während der Säuglingstaufe keine Rolle spielen, da Kleinkinder ja noch nicht in der Lage sind, sich zu etwas zu bekennen geschweige denn, Sünden zu begehen, von denen es sich loszusagen gilt. Eine Säuglingstaufe dient also vielmehr dem Zweck, das Kind zu segnen und den Eltern das Versprechen abzunehmen, es nach bestem Willen und Gewissen im christlichen Glauben zu erziehen.

Eine Säuglingstaufe vorzunehmen, um das Kind zu einem Christen zu machen bzw. für sein Seelenheil zu sorgen, wird von vielen kritisch gesehen, da die Taufe ja an und für sich ein Akt des Glaubens ist und ein Kleinkind weiß logischerweise noch nicht, an was es im Leben einmal glaubt. Formal diente die Säuglingstaufe eher dazu, die christliche Kirchengemeinde zu vergrößern und damit deren Einfluss zu erweitern, heute ist es vielmehr eine Tradition, die fortgeführt wird. Zwar leisten die Eltern bei der Taufe das Versprechen, ihr Kind christlich zu erziehen, gewährleistet werden kann dabei der eigene Glaube des Kindes jedoch nicht.

Neben diesen ganzen Kontroversen, welche die Säuglingstaufe auslöst, kann sie aber auch als reine Zeremonie für die Gemeinschaft der Familie angesehen werden, bei dem der neue Erdenbürger von allen feierlich begrüßt wird, Paten als Stütze an die Seite gestellt bekommt und durch den Religionsunterricht einen tiefen, kulturellen Einblick bekommt. Die Eltern übernehmen den missionarischen Auftrag, ihr Kind für den christlichen Glauben zu öffnen. Die Säuglingstaufe sollte aber mit der Konfirmation bzw. Firmung in späteren Jahren bestätigt werden, um den Glauben vollständig zu bekräftigen.

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  1. Mr WordPress says:

    Hallo, das hier ist ein Kommentar.
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